Archiv für den Monat: April 2020

Situation und Hintergrund

Hilfe-zur-Selbsthilfe Projekt in Nord Mozambique
– von der Schulausbildung zur selbstbestimmten Lebensweise –
Salvador Joao hilft den Menschen seiner Heimat durch seine persönlichen Erfahrung

Salvador Joao wurde am 02. Januar 1956 in Melomba, Distrikt Cuamba-Provinz Niassa, im Norden von Mocambique als 9. Kind von 11 Geschwistern eines angelikanisch-evangelischen Predigers, geboren. Cuamba hat heute ca. 75.000 Einwohner.

Der tägliche Laufweg in den ersten vier Jahren betrug für eine Strecke 15 Kilometer. Die 5. und 6. Schulklasse verbrachte er in der katholischen Missionsschule und besuchte ab der 7. Klasse das staatliche Gymnasium in Lichiuga – Hauptstadt von der Provinz Niassa. Er absolvierte das Abitur und begann mit dem Studium als Lehrer. Das Studium wurde abgebrochen, weil der Bedarf im Bereich Ökonomie und Landwirtschaft in Mocambique benötigt wurde und die Ausbildung in der ehemaligen DDR stattfand.

Zu Beginn absolvierte er die Ausbildung zum Obstbaumeister und studierte im Anschluss an der Karl-Marx-Universität in Leipzig Zchortau-Delisch Volkswirtschaft, dass er jedoch nicht beenden konnte.

Da fünf deutsche Entwicklungshelfer aus der ehemaligen DDR von Rebellen ermordet wurden und zu dieser Zeit die mosambikanische Regierung ausgebildete Landwirtschafts-techniker benötigte, reiste er wieder zurück nach Mocambique. Im Jahre 1985 wurde er im Distrikt Mecula Provinz Niassa, als Direktor eingesetzt. Aufgrund des Bürgerkrieges war zu dieser Zeit das Leben dort sehr gefährlich geworden, so dass er sich entschloss, nach West-Deutschland zu reisen, um Asyl zu beantragen. Knapp drei Jahre hielt er sich in Marburg auf und lernte einen evangelischen Pastor kennen, der ihm ein Gesprächpartner und Freund wurde.

1988 studierte er in Göttingen ein Semester Theologie und wechselte nach Marburg für das Studienfach Volkswirtschaft über. Während den Semesterferien arbeitete er als Obstbau-meister in der bekannten Fruchtsaftfirma Jacobi in Auggen, Markgräflerland bei Freiburg. In dieser Zeit lernte er seine Frau kennen und hat heute fünf Kinder.

Salvador Joao hatte das Glück, dass sein Vater ihn eine Schulausbildung ermöglichte, um seinem Leben eine positive Richtung zu geben. Daher hat er 2001 die ersten Kinder in seiner Heimat Cuamba finanziell und ideell gefördert, um ihnen ebenfalls die Chance auf einen positiven Lebensweg zu geben. Einfache Menschen ohne Geld haben in Mocambique keine Chance, ihren Kindern einen guten Schulabschluss zu ermöglichen. Nach den ersten vier Grundschuljahren ist daher Schluss und diese Kinder verbringen ihr Leben in große Abhängigkeit und bleiben in der Regel Analphabeten.

Folgende Förderungen hat Salvador Joao bereits durchgeführt:

  • 11 Schulkinder werden seit 2001 gefördert
  • 1 Junge ist ausgebildeter Lehrer in Cuamba, Nord-Mocambique
  • 1 Junge studierte Agrartechnik an der Katholischen Universität Cuamba und ist Ingenieur
  • 1 Junge studierte Informatik an der staatlischen Universität Cuamba und hat im Anschluss promoviert
  • 6 Kinder sind heute in der 9. Klasse des staatlischen Mecanhelas Internats, bis 12. Klasse
  • 3 Kinder besuchen die 6. Klasse des staatlischen Mitucue Internats, bis 12. Klasse

Viele weitere Eltern haben bei Salvador Joao angefragt, auch ihren Kindern eine Bildung zu ermöglichen. Dies übersteigt jedoch seine persönlichen Möglichkeiten und eröffnet anderen Menschen die Möglichkeit sich durch diesen Verein ebenfalls persönlich und nachhaltig zu engagieren.

Die Kinder müssen alles selbst aufbringen:

  • Kosten für Internat
  • Schulgebühr
  • Kleidung
  • Schulmaterial

Salvador Joao ist selbst in dieser Gegend aufgewachsen und kennt persönlich die schwierigen Bedingungen. Er hat zwei Vertrauenspersonen, Eduardo Jaessa (Jugendamt) und Pastor Anselmo (Seelsorger), die seit 2001 das Projekt vor Ort leiten und führen.

Ziel ist nun das bisher private Engagement auf eine breite und nachhaltige Basis zu stellen.

Assoziation Ossuwela

„Assoziation Ossuwela“, was in Zula “Nicht fallen” bedeutet, ist der lokale Verein in Cuamba Mosambik, den wir zur Förderung von Selbst­hilfeinitiative unterstützen.

David Hilario leitet als 1. Vorstand den Verein. David Hilario hat 2019 den Bachelor Abschluss in Informatik auf der lokalen katholischen Universität in Cuamba Mosambik erfolgreich erhalten. Damit ist er selbst ein Rollen-Vorbild für alle seine Schüler, die er jetzt unterrichtet, um mit Hilfe des erworbenen Wissens eine Zukunft für sich und ihre Familien aufzubauen. Dadurch können sie sich einen Lebensunterhalt verdienen und werden nicht versucht auszuwandern und ihre Zukunft in Europa zu suchen.

Auf diese Weise setzt Wuala nu Orukula e.V. durch die Unterstützung vor Ort die Leitlinien der Deutschen Bundesregierung um, durch die ganz praktischen und tägliche Bekämpfung von Fluchtursachen.

Unter der Überschrift PERSPEKTIVE FÜR DIE JUGEND schreibt Günther Nooke weiter:
“All diese Ziele der Unterstützung privater Wirtschaftsunternehmen und Investitionen in afrikanischen Ländern sind Kernfaktoren für eine stabile und nachhaltige Entwicklung. Denn ohne den Millionen Jugendlichen in Afrika eine Perspektive für ihr Leben geben zu können, was nur durch wirtschaftliches Wachstum und gute Politik, nicht aber durch Entwicklungszusammenarbeit möglich ist, wird die Stabilisierung afrikanischer Staaten kaum gelingen.”

Damit die flüchtenden Menschen aus Afrika, nicht länger hier in Europa ihre Freiheit und ein gerechteres Leben suchen müssen und ein auskömmliches Leben in ihren afrikanischen Heimatländer führen können, fördert der Verein und seine Förderer durch ihn Projekte und Maßnahmen vor Ort, um das zu ermöglichen.

Im Jahr 2007 betrugen laut National Institute of Statistics die Anteile der grössten Religionen im Land 56.1% Christen (katholisch, zionistisch, protestantisch, anglikanisch) und 17.9% Muslime (hauptsächlich sunnitisch). Die nördlichen Provinzen des Landes haben eine mehrheitlich muslimische Bevölkerung, die südlichen und zentralen Provinzen eine merhheitlich christliche Bevölkerung. Bemerkenswert ist, das es in Mozambique keine nennenswerten Probleme zwischen allen Religionsgruppen gibt. Der Verein legt Wert darauf, dass alle Menschen guten Willens vor Ort von seiner Förderarbeit profitieren können.

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